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Berechnung der Gehzeit beim wandern

Wenn du die Gehzeit deiner Wanderung berechnen möchtest, musst du verschiedene Faktoren berücksichtigen. Welche das sind und wie du mit ihnen die Gehzeit berechnest, verrate ich dir in diesem Beitrag!

Berechnung der Gehzeit beim Wandern

Inhalt

1. Faktoren

2. Berechnung der Gehzeit

3. Beispiel

4. Tipp

5. Weitere Faktoren

6. Terrain

7. Pausen

8. Alter

9. Gepäck

10. Kondition

11. Wetter

12. Höhenlage

13. Fazit


Faktoren

Für die Berechnung der Gehzeit spielen drei wichtige Faktoren eine Rolle die du berücksichtigen solltest: Die Höhenmeter, die Länge der Wegstrecke und die Bergabmeter.


Die alpinen Vereine haben sich zur Berechnung auf ein standardisiertes Verfahren verständigt und arbeiten mit ermittelten Durchschnittszeiten, die als grobe Richtlinie für die Dauer der geplanten Tour herangezogen werden.


Wer viel und oft wandert, oder am Berg unterwegs ist, kann natürlich auch auf seine eigenen Erfahrungswerte zurückgreifen. Die tatsächliche Gehzeit schwankt jedenfalls je nach Tempo des Bergsteigers bzw. Wanderers und der vorhandenen Widrigkeiten im Gelände – und ist außerdem abhängig von weiteren Faktoren wie Alter, Gepäck, Kondition, Gelände, Wetter und Höhenlage. Aber auf diese weiteren Faktoren komme ich später noch zurück!

Wandern Gehzeit

Die Berechnung der Gehzeit beim wandern

Das Berechnungsmodell der alpinen Vereine geht davon aus, dass ein Wanderer bzw. Bergsteiger in einer Stunde durchschnittlich 300 Höhenmeter im Aufstieg, 500 Höhenmeter im Abstieg sowie 4 km in der Ebene bewältigen kann. Basierend darauf wird die Gehzeit wie folgt ermittelt:

  1. Erstens die Zeit für Höhenmeter berechnen

  2. Zweitens das Bergabgehen berechnen

  3. Drittens die Distanz berechnen und den Wert halbieren (Warum? erkläre ich gleich)

  4. Die Werte abschließend addieren

  5. Weitere Faktoren berücksichtigen

Gehzeit beim wandern

Beispiel

Die geplante Tour ist mit 1.500 Höhenmetern und 16 Kilometern angegeben.


1. Zunächst werden die Höhenmeter berechnet: Nachdem man für 300 Höhenmeter durchschnittlich 1 Stunde Gehzeit einkalkulieren muss, ergibt sich für einen Anstieg über 1.500 Höhenmeter eine Dauer von 5 Stunden.


2. Zweitens wird das Bergabgehen berechnet. Im Abstieg schafft man pro Stunde durchschnittlich 500 Höhenmeter. Heißt also: Für 1.500 Höhenmeter im Abstieg muss man mit einer Gehzeit von 3 Stunden rechnen.


Ergibt also zwischenzeitlich: 5 h Aufstieg + 3 h Abstieg = 8 Stunden.


3. Drittens wird die Distanz berechnet: Nachdem man pro Stunde auf der Ebene rund 4 Kilometer zurücklegt, benötigt man für 16 Kilometer etwa 4 Stunden. Achtung! In unserem Beispiel gehen wir stets Bergauf und Bergab, deshalb wird dieser Wert nun noch halbiert und ergibt somit 2 Stunden.


4. Die Werte werden nun addiert: 5 h + 3 h + 2 h = 10 Stunden


5. Weitere Faktoren wie Pausen, Alter, Gepäck, Kondition, Gelände, Wetter und Höhenlage berücksichtigen. Hier gibt es leider keine Richtwerte und du kannst diese Faktoren nur abschätzen. Wie überall im Leben zählt auch hier, am besten klein Beginnen und langsam steigern. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, wie lange du Beispielsweise bei Nässe mit schwerem Gepäck brauchst.


Ergebnis: Für die Tour mit optimalen Bedingungen, müssen also insgesamt 10 Stunden Wegzeit eingerechnet werden.


(Grundlage für diese Berechnung ist die DIN 33466, auch nachzulesen unter Punkt 1.6.2.5 im Wegehandbuch der Alpenvereine)

„Das Ziel liegt nicht auf dem Gipfel, sondern im Tale, wo der Aufstieg begann"

Tipp: Ich empfehle der errechneten Zeit mindestens eine zusätzliche Puffer-Stunde hinzuzurechnen. Immerhin möchtest du ja auch Pausen einlegen und auf etwaige unerwartete Hindernisse mit entsprechendem Zeitfenster reagieren können.


Wie immer empfehle ich ein Video zu einer meiner Wanderungen:

Weitere Faktoren im Detail

Generell gilt: Vorab alle Details über die geplante Tour gut recherchieren, also zB die Höhenlage und das benötigte Gepäck und die Faktoren anschließend mit Hausverstand in der eigenen Berechnung einbeziehen.


Schwieriges Terrain berücksichtigen

Eine Wandertour findet oft in bergigen Gelände statt. Das Gelände ist also immer als vergleichsweise schwierig anzusehen. Deshalb bedürfen Gehen im Fels, im Geröll, in Eis und Schnee, auf lockerem Untergrund wie zB. Lavasand oder auf morastigem Untergrund der speziellen Erwähnung. Berechne dann mehr Zeit ein!


Hier noch die wichtige Wegeklassifizierung

Die Klassifizierung der Schwierigkeit eines Weges erfolgt in der Regel nach der schwierigsten Stelle des Weges.


Weiters gibt es folgende Kategorien:

BLAU: Bergwege mit blauem Punkt sind einfachere Wege, die schmal und steil sein können. (Anmerkung: Ich reduziere die berechnete Gehzeit bei ausschließlich blauen Wegen ein wenig).


ROT: Bergwege mit rotem Punkt sind überwiegend schmal, oft steil angelegt und können absturzgefährliche Passagen aufweisen. Auch kurze versicherte Gehpassagen können vorkommen. (Anmerkung: Ich belasse die berechnete Gehzeit bei ausschließlich roten Wegen).


SCHWARZ: Bergwege mit schwarzem Punkt sind schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich. Es kommen zudem gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen vor, die den Gebrauch der Hände erfordern. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier unbedingt erforderlich. (Anmerkung: Ich erhöhe die berrechnete Gehzeit bei ausschließlich schwarzen Wegen ein wenig).

wandern Gehzeit

Pausen

Wanderpausen halten Fit! Für jede Stunde wandern, solltest du 5 Minuten Pause einplanen. Das ist gerade für Deine Füße eine Entlastung, die sich im Laufe deiner Wanderung bemerkbar machen werden. Aber auch den Rücken solltest du genügend Pause gönnen, insbesondere bei Fernwanderungen mit schweren Gepäck.


Eine Wanderung solltest du genießen, plane daher eine üppige Mittagspause von gut 1 Stunde ein.


Alter

Je nach Alter haben Menschen eine unterschiedliche körperliche Konstitution. Hier meine ich im speziellen ältere Menschen und Kinder. Kinder können unter Umständen schon 16 Kilometer wandern. Die benötigte Gehzeit erhöht sich mit Kindern jedoch massiv. Du solltest daher um einiges mehr Zeit einplanen.


Berechnung der Gehzeit beim wandern

Gepäck: Am besten Ultra-light

Das Gepäck kann die tatsächliche Wegzeit erheblich beeinträchtigen, insbesondere in Kombination mit schlechten Wetter oder widrigen Gelände. Plane daher zumindest bei Fernwanderwegen etwas mehr Zeit ein. Generell empfehle ich dir beim Wandern ultra-leichte und wasserfeste Ausrüstung.


Kondition: Welche Geh-Typen gibt es beim Wandern

Im Prinzip gibt es zwei Typen von Gehern. Zum einen den Ausdauertypen bzw. konstanten Geher, der mit mäßiger Geschwindigkeit, aber ohne kurze Stopps beharrlich wandert. Zum anderen den Sprintertyp, der etwas schneller läuft, dafür aber nach jedem Stück eine Pause einlegt. Am besten ist kontinuierliches, nicht zu schnelles Gehen mit einem gleichmäßigen Bewegungsablauf. Permanenter Tempowechsel ist mit viel Anstrengung verbunden. Fange am besten klein an und finde deinen Rhythmus.


Wetter

Grundsätzlich gilt es, vor jeder Wanderung den Wetterbericht zu checken. Das Wetter kann erheblich auf die Wegzeit einwirken. Plane insbesondere bei starkem Wind, schlechter Sicht bei Nebel oder viel Bodennässe durch Regen zusätzliche Zeit ein. Tipp: Wenn du also keine brenzliche Situation haben möchtest, mache den Wetter-Check zu deinem festen Wanderritual.


Höhenlage

Die Höhenanpassung geling wenn du dich an wichtige Verhaltensregeln hältst. An große Höhe muss man sich gewöhnen deshalb der Zeitlupenstart. Plane deshalb in höheren Lagen ab rund 3.000 Meter unbedingt mehr Zeit ein. Weiters gilt viel Trinken, dass erleichtert den Körper sich an die Höhe anzupassen. Achtung! Folgende Symptome weisen auf mangelnde Höhenanpassung hin:

  • Kopfschmerzen

  • Kurzatmigkeit

  • Ermattung

  • Übelkeit

  • Bei Pausen stellt sich keine Erholung ein.

Fazit

Egal, ob du beim Wandern sportliche Ambitionen hast oder einfach für einige Zeit dem Alltag entfliehen möchtest, die Sicherheit steht bei der Planung stets im Vordergrund. Richte dich immer nach den schwächsten Gruppenmitgliedern und nimm Rücksicht auf sie, sowohl bei Wandergruppen als auch bei Familienwanderungen. Wanderst du hingegen allein ist es am wichtigsten, dass du dich zunächst in vertrauten Gegenden auf sicheren Wanderwegen mit Markierung bewegst. So meisterst du mit etwas Erfahrung auch anspruchsvolle Wanderungen ohne Probleme.

 
Foto des Inhabers Hikingfex

Ein herzliches Hallo, ich bin der Christian, Chef-Globetrotter dieser Seite und begeisteter Abenteurer, Wanderer und Filmemacher. Ich liebe es neue Wege zu bestreiten und Menschen damit zu inspirieren und teile gerne mein erworbenes Wanderwissen mit dir! Meine Videos findest du außerdem auf YouTube! Auf meinem Blog findest du als Anfänger oder Profi Tipps zu den größten und schönsten Wandertouren die es gibt. Ich möchte den Menschen Mut machen, die Welt als Wanderer zu erkunden, egal ob auf dem Land, durch den Wald oder in den Bergen. Ganz nach dem Motto: Wer nicht wandert hat die Welt noch nicht gesehen,


Auf meinem Blog schreibe ich außerdem über Wanderzeug, dass richtige Gipfeltraining und Naturschutz sowie Tipps und Infos zum Thema wandern.


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