Berechnung der Gehzeit beim wandern
- Christian Sommer

- 23. Juni 2022
- 8 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.
Wenn du die Gehzeit deiner Wanderung berechnen möchtest, musst du verschiedene Faktoren berücksichtigen. Welche das sind und wie du mit ihnen die Gehzeit berechnest, verrate ich dir in diesem Beitrag!

Inhalt
1. Faktoren
2. Berechnung der Gehzeit
3. Beispiel
4. Tipp
5. Weitere Faktoren
6. Terrain
7. Pausen
8. Alter
9. Gepäck
10. Kondition
11. Wetter
12. Höhenlage
13. Fazit
Gehzeit beim Wandern berechnen – diese Faktoren sind entscheidend
Für die Berechnung der Gehzeit spielen drei wichtige Faktoren eine Rolle die du berücksichtigen solltest: Die Höhenmeter, die Länge der Wegstrecke und die Bergabmeter.
Die alpinen Vereine haben sich zur Berechnung auf ein standardisiertes Verfahren verständigt und arbeiten mit ermittelten Durchschnittszeiten, die als grobe Richtlinie für die Dauer der geplanten Tour herangezogen werden.
Wer viel und oft wandert, oder am Berg unterwegs ist, kann natürlich auch auf seine eigenen Erfahrungswerte zurückgreifen. Die tatsächliche Gehzeit schwankt jedenfalls je nach Tempo des Bergsteigers bzw. Wanderers und der vorhandenen Widrigkeiten im Gelände – und ist außerdem abhängig von weiteren Faktoren wie Alter, Gepäck, Kondition, Gelände, Wetter und Höhenlage. Aber auf diese weiteren Faktoren komme ich später noch zurück!

Die Berechnung der Gehzeit beim wandern
Das Berechnungsmodell der alpinen Vereine geht davon aus, dass ein Wanderer bzw. Bergsteiger in einer Stunde durchschnittlich 300 Höhenmeter im Aufstieg, 500 Höhenmeter im Abstieg sowie 4 km in der Ebene bewältigen kann.
Basierend darauf wird die Gehzeit wie folgt ermittelt:
Erstens die Zeit für Höhenmeter berechnen.
Zweitens das Bergabgehen berechnen.
Drittens die Distanz berechnen und den Wert halbieren (Warum? erkläre ich gleich).
Die Werte abschließend addieren.
Weitere Faktoren berücksichtigen.

Praxisbeispiel: Gehzeit richtig berechnen
Die geplante Tour umfasst 16 Kilometer und 1.500 Höhenmeter.
Erstens werden die Höhenmeter berechnet: Nachdem du für 300 Höhenmeter durchschnittlich 1 Stunde Gehzeit einkalkulieren musst, ergibt sich für einen Anstieg von 1.500 Höhenmeter eine Dauer von 5 Stunden.
Zweitens wird das Bergabgehen berechnet: Im Abstieg schafft man pro Stunde durchschnittlich 500 Höhenmeter. Heißt also: Für 1.500 Höhenmeter im Abstieg muss du mit einer Gehzeit von 3 Stunden rechnen.
Ergibt also zwischenzeitlich: 5 h Aufstieg + 3 h Abstieg = 8 Stunden.
Drittens wird die Distanz berechnet: Nachdem man pro Stunde auf der Ebene rund 4 Kilometer zurücklegt, benötigst du also für 16 Kilometer etwa 4 Stunden. Achtung! In meinem Beispiel geht es stets bergauf und bergab, weshalb dieser Wert nun noch halbiert werden muss. und ergibt somit 2 Stunden.
Viertens werden die Werte nun addiert: 5 h + 3 h + 2 h = 10 Stunden
Weitere Faktoren wie Pausen, Alter, Gepäck, Kondition, Gelände, Wetter und Höhenlage berücksichtigen. Hier gibt es leider keine Richtwerte und du kannst diese Faktoren nur abschätzen. Wie überall im Leben zählt auch hier, am besten klein beginnen und langsam steigern. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, wie lange du beispielsweise bei Nässe mit schwerem Gepäck brauchst.
Ergebnis: Bei optimalen Bedingungen musst du für die Tour also insgesamt mit 10 Stunden Wegzeit rechnen.
(Grundlage für diese Berechnung ist die DIN 33466, auch nachzulesen unter Punkt 1.6.2.5 im Wegehandbuch der Alpenvereine)
„Das Ziel liegt nicht auf dem Gipfel, sondern im Tale, wo der Aufstieg begann"
Tipp: Ich empfehle der errechneten Zeit mindestens eine zusätzliche Puffer-Stunde hinzuzurechnen. Immerhin möchtest du ja auch Pausen einlegen und auf etwaige unerwartete Hindernisse mit entsprechenden Zeitfenster reagieren können.
Wie immer empfehle ich ein Video zu einer meiner Wanderungen:
Weitere Faktoren zur Berechnung der Wegzeit im Detail
Generell gilt: Vorab alle Details über die geplante Tour gut recherchieren, also zB die Höhenlage und das benötigte Gepäck und die Faktoren anschließend mit Hausverstand in der eigenen Berechnung einbeziehen.
Schwieriges Terrain berücksichtigen
Eine Wandertour findet oft in bergigen Gelände statt. Das Gelände ist also immer als vergleichsweise schwierig anzusehen. Deshalb bedürfen Gehen im Fels, im Geröll, auf Eis und Schnee, auf lockerem Untergrund wie zB. Lavasand, oder auf morastigem Untergrund der speziellen Erwähnung. Plane hier mehr Zeit ein!
Wegeklassifizierung
Die Klassifizierung der Schwierigkeit eines Weges erfolgt in der Regel nach der schwierigsten Stelle des Weges.
Es gibt folgende Kategorien:
BLAU: Bergwege mit blauem Punkt sind einfachere Wege, die schmal und steil sein können. (Anmerkung: Ich reduziere die berechnete Gehzeit bei ausschließlich blauen Wegen ein wenig).
ROT: Bergwege mit rotem Punkt sind überwiegend schmal, oft steil angelegt und können absturzgefährliche Passagen aufweisen. Auch kurze versicherte Gehpassagen können vorkommen. (Anmerkung: Ich belasse die berechnete Gehzeit bei ausschließlich roten Wegen).
SCHWARZ: Bergwege mit schwarzem Punkt sind schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich. Es kommen zudem gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen vor, die den Gebrauch der Hände erfordern. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier unbedingt erforderlich. (Anmerkung: Ich erhöhe die berrechnete Gehzeit bei ausschließlich schwarzen Wegen ein wenig).
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Pausen bei der Berechnung der Wegzeit
Wanderpausen halten Fit! Für jede Stunde wandern, solltest du 5 Minuten Pause einplanen. Das ist gerade für Deine Füße eine Entlastung, die sich im Laufe deiner Wanderung bemerkbar machen werden. Aber auch den Rücken solltest du genügend Pause gönnen, insbesondere bei Fernwanderungen mit schweren Gepäck.
Eine Wanderung solltest du genießen, plane daher eine üppige Mittagspause von gut 1 Stunde ein.
Alter bei der Berechnung der Wegzeit berücksichtigen
Je nach Alter haben Menschen eine unterschiedliche körperliche Konstitution. Hier meine ich im speziellen ältere Menschen und Kinder. Kinder können unter Umständen schon 16 Kilometer wandern. Die benötigte Gehzeit erhöht sich mit Kindern jedoch massiv. Du solltest daher um einiges mehr Zeit einplanen.

Gepäck: Am besten Ultra-light
Das Gepäck kann die tatsächliche Wegzeit erheblich beeinträchtigen, insbesondere in Kombination mit schlechten Wetter oder widrigen Gelände. Plane daher zumindest bei Fernwanderwegen etwas mehr Zeit ein. Generell empfehle ich dir beim Wandern ultra-leichte und wasserfeste Ausrüstung.
Kondition: Welche Geh-Typen gibt es beim Wandern
Im Prinzip gibt es zwei Typen von Gehern. Zum einen den Ausdauertypen bzw. konstanten Geher, der mit mäßiger Geschwindigkeit, aber ohne kurze Stopps beharrlich wandert. Zum anderen den Sprintertyp, der etwas schneller läuft, dafür aber nach jedem Stück eine Pause einlegt. Am besten ist kontinuierliches, nicht zu schnelles Gehen mit einem gleichmäßigen Bewegungsablauf. Permanenter Tempowechsel ist mit viel Anstrengung verbunden. Fange am besten klein an und finde deinen Rhythmus.
Wetter bei der Berechnung der Gehzeit einplanen
Grundsätzlich gilt es, vor jeder Wanderung den Wetterbericht zu checken. Das Wetter kann erheblich auf die Wegzeit einwirken. Plane insbesondere bei starkem Wind, schlechter Sicht bei Nebel oder viel Bodennässe durch Regen zusätzliche Zeit ein. Tipp: Wenn du also keine brenzliche Situation haben möchtest, mache den Wetter-Check zu deinem festen Wanderritual.
Höhenlage bei der Berechnung der Gehzeit berücksichtigen
Die Höhenanpassung geling wenn du dich an wichtige Verhaltensregeln hältst. An große Höhe muss man sich gewöhnen deshalb der Zeitlupenstart. Plane deshalb in höheren Lagen ab rund 3.000 Meter unbedingt mehr Zeit ein. Weiters gilt viel Trinken, dass erleichtert den Körper sich an die Höhe anzupassen. Achtung! Folgende Symptome weisen auf mangelnde Höhenanpassung hin:
Kopfschmerzen
Kurzatmigkeit
Ermattung
Übelkeit
Bei Pausen stellt sich keine Erholung ein.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Berechnung der Gehzeit beim Wandern
Welche Faktoren beeinflussen die Gehzeit beim Wandern?
Die Gehzeit hängt von mehreren Faktoren ab:
Höhenmeter (Aufstieg und Abstieg)
Länge der Wegstrecke
Geländeprofil (Fels, Geröll, Eis, Lavasand, morastiger Untergrund)
Pausen
Alter der Wandernden
Gepäcklast
Kondition
Wetterbedingungen
Höhenlage
Wie wird die Gehzeit nach den Alpenvereinen berechnet?
Die Alpenvereine verwenden ein standardisiertes Verfahren:
Aufstieg: 300 Höhenmeter pro Stunde
Abstieg: 500 Höhenmeter pro Stunde
Ebene: 4 km pro Stunde
Welche Berechnungsschritte gibt es für die Berechnung der Gehzeit beim wandern?
Zeit für den Aufstieg berechnen
Zeit für den Abstieg berechnen
Zeit für die Distanz berechnen (bei bergigem Gelände wird die ebene Distanz halbiert)
Werte addieren
Weitere Faktoren wie Pausen, Alter, Gepäck, Wetter und Höhenlage berücksichtigen
Kannst du ein Praxisbeispiel zur Berechnung der Gehzeit beim wandern nennen?
Beispieltour: 16 km Strecke, 1.500 Höhenmeter.
Aufstieg: 1.500 HM ÷ 300 HM/h = 5 h
Abstieg: 1.500 HM ÷ 500 HM/h = 3 h
Ebene: 16 km ÷ 4 km/h = 4 h → bergauf/bergab nur 2 h
Gesamte Gehzeit: 5 + 3 + 2 = 10 Stunden
Tipp: Plane mindestens eine zusätzliche Stunde für Pausen und unerwartete Hindernisse ein.
Welche weiteren Faktoren sollte ich bei der Berechnung der Gehzeit beim wandern berücksichtigen?
Pausen: Für jede Stunde Wandern mindestens 5 Minuten Pause einplanen. Bei Fernwanderungen auch längere Mittagspausen von etwa 1 Stunde einplanen.
Alter: Kinder und ältere Menschen benötigen deutlich mehr Zeit. Passe die Gehzeit altersgerecht an.
Gepäck: Schwere Rucksäcke verlangsamen die Wanderung. Ultra-leichte, wasserfeste Ausrüstung spart Zeit und Energie.
Kondition: Unterschiedliche Gehtypen:
Ausdauertyp: gleichmäßiges, moderates Tempo ohne Pausen
Sprintertyp: schnelleres Gehen mit häufigen Pausen
Empfehlung: kontinuierliches, gleichmäßiges Gehen
Wetter: Regen, Schnee, Wind, Nebel oder Hitze verlängern die Gehzeit. Prüfe den Wetterbericht vor jeder Wanderung.
Höhenlage: Ab rund 3.000 m muss mehr Zeit eingeplant werden, da der Körper sich erst an die Höhe gewöhnen muss. Symptome bei mangelnder Höhenanpassung: Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Ermattung, Übelkeit
Wie beeinflusst das Terrain die Berechnung der Gehzeit beim wandern?
Schwieriges Gelände wie Fels, Geröll, Eis, Lavasand oder morastiger Untergrund erfordert mehr Vorsicht und verlangsamt das Tempo. Plane hier zusätzliche Zeit ein.
Wie beeinflusst die Wegklassifizierung meine Berechnung der Gehzeit beim wandern?
Blau: einfache Bergwege; Gehzeit ggf. etwas reduzieren
Rot: schmale, steile Wege, teilweise absturzgefährlich; berechnete Zeit unverändert
Schwarz: schmal, steil, absturzgefährlich, ggf. einfache Kletterstellen; Gehzeit erhöhen
Wie gehe ich mit der Berechnung der Gehzeit bei Fernwanderwegen um?
Bei Fernwanderungen ist es besonders wichtig, Pausen, Gepäck, Höhenmeter und schwieriges Terrain großzügig zu berücksichtigen. Plane immer Pufferzeiten ein, damit die Wanderung stressfrei bleibt.
Wie berücksichtige ich Pausen bei der Berechnung der Gehzeit?
Kurze Trink- oder Snackpausen: 5 Minuten pro Stunde Wandern
Längere Pausen (Mittag, Aussichtspunkte): etwa 1 Stunde einplanen
Berücksichtige Pausen in deiner Gesamtrechnung, um die tatsächliche Wanderzeit realistisch einzuschätzen
Wie beeinflusst das Alter die Berechnung der Gehzeit?
Kinder und ältere Menschen benötigen oft deutlich mehr Zeit, auch für kürzere Strecken
Plane mindestens 20–50 % mehr Zeit ein, je nach Alter und Fitness
Bei Familienwanderungen sollte das Tempo an das schwächste Mitglied angepasst werden
Welchen Einfluss hat das Gepäck auf die Berechnung der Gehzeit?
Schweres Gepäck verlangsamt die Gehzeit, insbesondere auf schwierigen Wegen oder bei schlechtem Wetter
Ultra-leichtes, wasserfestes Gepäck reduziert Belastung und Zeit
Berücksichtige die Ausrüstung bei der Zeitplanung, besonders auf Fernwanderwegen
Wie wirkt sich die Kondition auf die Berechnung der Gehzeit aus?
Gehtypen unterscheiden sich stark: Ausdauertypen wandern gleichmäßig, Sprinter legen Pausen ein
Empfohlen: moderates, gleichmäßiges Tempo ohne ständige Tempowechsel
Fange klein an und steigere dich, um die Gehzeit realistisch einzuschätzen
Wie beeinflusst das Wetter die Berechnung der Gehzeit?
Schlechtes Wetter verlängert die Zeit deutlich
Faktoren: Regen, Schnee, Wind, Nebel, Hitze
Plane zusätzliches Zeitpolster ein und prüfe den Wetterbericht vor jeder Wanderung
Wie wirkt sich die Höhenlage auf die Berechnung der Gehzeit aus?
Ab ca. 3.000 m muss mehr Zeit eingeplant werden
Tipp: langsam starten, viel trinken, auf Symptome der Höhenanpassung achten. Die Symptome können Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Ermattung und Übelkeit sein.

Fazit – Wanderzeit korrekt einschätzen – Sicherheit geht vor
Egal, ob du beim Wandern sportliche Ambitionen hast oder einfach für einige Zeit dem Alltag entfliehen möchtest, die Sicherheit steht bei der Planung stets im Vordergrund. Richte dich immer nach den schwächsten Gruppenmitgliedern und nimm Rücksicht auf sie, sowohl bei Wandergruppen als auch bei Familienwanderungen. Wanderst du hingegen allein ist es am wichtigsten, dass du dich zunächst in vertrauten Gegenden auf sicheren Wanderwegen mit Markierung bewegst. So meisterst du mit etwas Erfahrung auch anspruchsvolle Wanderungen ohne Probleme.
Ein herzliches Hallo, ich bin der Christian, Chef-Globetrotter dieser Seite und begeisteter Abenteurer, Wanderer und Filmemacher. Ich liebe es neue Wege zu bestreiten und Menschen damit zu inspirieren und teile gerne mein erworbenes Wanderwissen mit dir! Meine Videos findest du außerdem auf YouTube! Auf meinem Blog findest du als Anfänger oder Profi Tipps zu den größten und schönsten Wandertouren die es gibt. Ich möchte den Menschen Mut machen, die Welt als Wanderer zu erkunden, egal ob auf dem Land, durch den Wald oder in den Bergen. Ganz nach dem Motto: Wer nicht wandert hat die Welt noch nicht gesehen,
Auf meinem Blog schreibe ich außerdem über Wanderzeug, dass richtige Gipfeltraining und Naturschutz sowie Tipps und Infos zum Thema wandern.




















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