Sicher wandern: Mit diesen Tipps zu mehr Sicherheit!
- Christian Sommer

- 23. Juni 2022
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Rein in die Bergschuhe und rauf auf den Gipfel - aber nicht ohne die richtige Vorbereitung. Ich gebe dir praktische Tipps, mit denen du sicher in den Bergen unterwegs bist.

Inhalt
1. Sorgfältig planen
2. Tour planen
3. Richtige Ausrüstung
4. Wetterbericht checken
5. Sicher unterwegs am Berg
6. Verhalten beim Notfall am Berg
7. Unfallversicherung
8. Packliste
9. Fazit
Wandertour sorgfältig planen
Gut geplant ist halb gewandert. Vor der Wandertour ist es ratsam, dich gründlich vorzubereiten: Wo genau verläuft die ausgesuchte Wanderroute und wie lang ist sie? Gibt es entlang der Strecke Einkehrmöglichkeiten? Was sagt der Wetterbericht für die Region? Gibt es ausgesetzte Passagen, die für Menschen mit Höhenangst problematisch sein könnten? Habe ich die richtige Ausrüstung für die Tour? Wie erfahren bin ich selbst und sind meine Mitwanderer?

Eine Wanderung richtig planen
Gerade zu Saisonbeginn neigt man dazu, sich zu überschätzen. Setze dir für deine erste Wanderung daher nicht zu hohe Ziele und wähle eine Route, die deiner körperlichen Kondition entspricht. Tipp: Wie überall im Leben gilt auch hier: Langsam anfangen und sich mit der Zeit steigern! Wenn du in einer Gruppe wanderst, stimme die Tour immer auf das schwächste Mitglied ab. Besonders wenn ältere Menschen oder Kinder dabei sind, solltest du es langsamer angehen. Denke auch daran, genügend Pausen einzuplanen, die so lang sind, dass es nicht direkt weitergeht, sobald die Nachzügler eintreffen.
Sobald diese Fragen geklärt sind, wirf einen genauen Blick auf die Wanderroute. Wanderkarten sind bei der Tourenplanung äußerst hilfreich, da sie dir Angaben zu Höhenmetern, Distanz und Schwierigkeitsgrad liefern. Auch Tourenbeschreibungen auf einschlägigen Portalen und in Apps bieten einen guten Überblick.
Achtung: Vertraue nicht blind den Inhalten von Online-Tourenbeschreibungen. Sie können oft fehlerhaft sein und basieren auf der subjektiven Einschätzung des Erstellers.
Für eine genaue Berechnung der Gehzeit empfehle ich dir ebenfalls meinen entsprechenden Artikel.
Hier ein Video von meiner Wanderung durch Island:
Wanderausrüstung – das brauchst du für sichere Touren
Generell gilt: Gehe nur mit guter Ausrüstung und passendem Schuhwerk auf den Berg, das auf die jeweilige Wandertour abgestimmt ist. Hochwertige Wanderschuhe entlasten die Füße und sorgen für Trittsicherheit. Wanderstöcke erleichtern besonders das Bergabgehen. Da das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann, solltest du immer einen Regenschutz und warme Kleidung dabeihaben. Im Sommer hat die Sonne im Gebirge viel Kraft, daher sind Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille unerlässlich.
An dieser Stelle möchte ich dir daher gleich diese spezielle, für den Berg entwickelte Sonnen- und Windcreme, empfehlen.
Mit leichtem Gepäck geht es leichter, aber trotzdem – immer in den Rucksack gehören: Aufgeladenes Mobiltelefon, energiereicher Proviant (z.B. Obst, Müsliriegel), ausreichend Flüssigkeit, Not-/Erste-Hilfe-Set (z.B. Verbandszeug, Pflaster, ggf. auch Taschenlampe, eine Wanderkarte, ein Kompass und ein kleiner Notfall-Biwacksack.
Vergiss bitte nicht einen Notfall-Biwak mitzunehmen. Er besteht aus einer Notfalldecke die kälteabweisend ist, einer Pfeife und einem Minikompass. Er sollte ohnehin bei jeder Wanderung im Rucksack sein.
Wie das alte schottische Sprichwort sagt: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!"

Wetterbericht vor der Wanderung prüfen
Auch die leichteste Wanderung kann gefährlich werden, wenn das Wetter plötzlich umschlägt. Ein Wettercheck vorab ist Pflicht. Am besten Wetterberichte von mehreren Quellen einholen und diese miteinander vergleichen.
Sicher und achtsam am Berg unterwegs
Zeitdruck, ein zu hohes Tempo oder fehlende Pausen können die Sicherheit am Berg ebenso gefährden wie ein plötzlicher Wetterumschwung. Achtsames Wandern im Einklang mit der Natur, der eigenen Kondition und den aktuellen Bedingungen ist daher entscheidend, um Risiken zu minimieren und die Tour sicher zu genießen.
Passendes Tempo wählen: Also lieber einen Schritt langsamer, dafür aber sicher. Gerade am Anfang einer Wanderung läuft man oft zu schnell los. Das passende Tempo richtet sich immer an den Fähigkeiten und der Kondition des schwächsten Mitglieds der Gruppe. Zu hohes Tempo oder Müdigkeit können außerdem die Trittsicherheit und Konzentration beeinträchtigen. Das führt nicht selten zu Stürzen oder Verletzungen.
Auf markierten Wegen bleiben: Das alpine Gelände solltest du nicht unterschätzen: Sicher unterwegs bist du nur dann, wenn du entlang der markierten Wege wanderst. Abkürzungen oder Routen durch wegloses Gelände sind für Anfänger keine gute Idee. Das sollten nur erfahrene Wanderer machen und auch nur dann, wenn deine liebsten darüber informiert sind wo du lang läufst und sie dich mit GPS orten können. Abkürzungen erhöhen das Risiko für Orientierungsverlust, Stürze oder Steinschlag. Zur Gefahr können auch steile Altschneefelder werden – im Zweifelsfall besser umkehren.

Regelmäßige Pausen: Wer rastet, der rostet, gilt jedoch nicht für Wanderungen in den Bergen. Regelmäßige Pausen dienen nicht nur der Erholung, sondern auch dem Genuss der Landschaft. Außerdem braucht dein Körper genügend Flüssigkeit und Nahrung, um seine Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten.
Respekt für Tiere & Natur: Eines liegt auf der Hand: Ohne intakte Natur kein Wandervergnügen. Deshalb gilt: Kein Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden und auf den markierten Wegen bleiben, um Pflanzen und Tiere unberührt zu lassen. Kühe, Kälber und Schafe auf Almweiden solltest du mit Abstand umgehen. Achtung: Besondere Vorsicht gilt es bei Jungtieren. Solltest du mit einem Hund unterwegs sein, führe ihn an der Leine.
Rechtzeitig umkehren: Im Gebirge können Unwetter oft aus heiterem Himmel aufziehen. Daher solltest du auch während der Wanderung das Wetter aufmerksam beobachten und immer mal wieder einen Wettercheck am Smartphone durchführen. Naht ein Gewitter heran, solltest du die Wanderung abbrechen und rechtzeitig Schutz in einer Hütte suchen. Verlasse rasch exponierte Stellen wie Gipfel, Grate, ausgesetzte Flächen oder einzeln stehende Bäume. Ist das nicht mehr möglich gilt folgendes zu beachten: Rucksack mit elektronischen Gegenständen oder metallische Ausrüstung vom Körper ablegen und eine hockende Haltung mit geschlossenen Füßen einnehmen. In so einer extremen Situation heißt es dann Ruhe bewahren und durchhalten!

Verhalten beim Notfall am Berg
Warnsignale wie Atemnot, Herzrasen oder Übelkeit solltest du ernst nehmen. Am besten die Wanderung abbrechen und umkehren oder Hilfe holen. Was aber, wenn sich ein Unfall oder Sturz im alpinen Gelände ereignet? Das wichtigste im Notfall: Ruhe bewahren, einen Überblick über die Situation und Verletzten verschaffen und die Rettungskette in Gang bringen.
Alpine Notrufnummern: Wenn du in Bergnot gerätst, wählen die österreichische alpine Notrufnummer 140. Besteht kein Empfang, dann kannst du die Notruffunktion am Handy nutzen. Dieser Notruf geht an die 112 (Euro-Notruf). Schalte dafür zunächst dein Handy aus und gib nach neuerlichem Einschalten anstatt des PIN-Codes sofort die 112 ein bzw. drücken die SOS-Taste.
Alpines Notsignal absetzen: Hast du kein Mobiltelefon zur Hand, kannst du mit einem alpinen Notsignal auf dich aufmerksam machen. Das Signal kann optisch (z.B. Taschenlampe) oder akustisch (z.B. Pfeife) abgegeben werden: 6 x in der Minute sichtbare und hörbare Zeichen abgeben, eine Minute Pause machen und so lange wiederholen bis eine Antwort erfolgt.
Satellitentelefon: Auch sehr zu empfehlen ist das ultra leichte und ultra kleine Mini-Satellitentelefon (Garmin). Es ist ein kompakter und leichter Satellitenkommunikator und ermöglicht Zwei-Wege-Messanging und interaktives SOS weltweit. Du kannst deinen Standort auch weltweit und zu jeder Zeit mit deinen Liebsten zuhause teilen.

Warum eine private Unfallversicherung beim Wandern sinnvoll ist
Die private Unfallversicherung schützt dich bei Freizeitunfällen am Berg. Auch trotz guter Vorbereitung und aller Vorsicht können sich Unfälle am Berg ereignen. Laut Alpenverein Österreich verunfallten im Jahr 2020 rund 12.000 Personen im alpinen Gelände – die meisten beim Wandern oder Bergsteigen.
Was viele nicht wissen: Wandern, Bergsteigen und Klettern fallen unter die Kategorie Freizeitunfall und sind daher nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung gedeckt. Zwar werden Kosten für die Erstbehandlung im Spital übernommen, nicht aber kostspielige Folgebehandlungen wie Therapien oder Heilkosten (z.B. Zahnersatz, kosmetische Operationen). In diesen Fällen leistet nur eine private Unfallversicherung abhilfe.
Bergrettung: Ergänzend möchte ich noch an die Bergrettung in Österreich erinnern. Für nur 28€ im Monat sind alle gegen anfallende Bergekosten nach einem Unfall im alpinen Gelände versichert incl. aller im Haushalt lebenden Personen. Mehr Informationen gibt es unter Förderer werden | ÖBRD - NÖ/Wien (bergrettung-nw.at)
Oft ist bei Unfällen am Berg eine Rettung mit Hubschrauber notwendig. Auch das kann zur Kostenfalle werden, denn Bergungskosten im alpinen Gelände werden von der Sozialversicherung nicht übernommen. Ohne private Unfallversicherung oder Mitgliedschaft beim Alpenverein oder bei Automobilclubs bleibt man auf den hohen Kosten für die Hubschrauberrettung sitzen.
Denk daran, deine Reise gut abzusichern – denn bei einem Sturz oder einer anderen typischen Wanderverletzung können schnell hohe Bergungskosten entstehen.
Auras Insurance bietet dir eine weltweit gültige Wander- und Trekkingversicherung, speziell für aktive Reisende.
Mit dem Rabattcode HIKINGFEX erhältst du über diesen Link 10 % Ermäßigung auf deine Versicherung.

Packliste für deine Wanderung
Hier stelle ich dir die wichtigste Wanderausrüstung vor, die ich persönlich besitze, ausgiebig getestet habe und auch selbst gekauft habe. Bei meiner Ausrüstung lege ich großen Wert auf das Gewicht, die Qualität und den Preis. Sie sollte sich bei längeren Touren komfortabel anfühlen und gleichzeitig leicht sein. Die Ausrüstung für Damen kann ich ebenfalls empfehlen, da meine Frau diese verwendet, und sie ist im Wesentlichen die gleiche wie die für Männer.
Achtung: Bitte beachte, dass die Wanderausrüstung allgemein gehalten ist und je nach Jahreszeit sowie individuellen Bedürfnissen angepasst werden sollte!
Werbehinweis: Bei diesen Produktlinks handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn Du etwas über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass du dafür mehr bezahlen musst. Dies dient der Erhaltung meines Blogs und du unterstützt mich damit bei meinem Projekt, für das ich dir sehr sehr dankbar bin. Vielen herzlichen Dank!
Kleidung
Wanderschuhe
Kurze Wanderhose
Lange Wanderhose
Funktionsshirt
Hybridjacke
Fleece-Jacke
Regenjacke
Funktionsunterwäsche
Wandersocken
Weitere Wanderausrüstung:
• Isomatte
Wanderrucksack (ca. 60 Liter oder je nach Bedarf)
von EXPED - leider nicht auf Amazon verfügbar.
• Rucksack - Ospray (War mein alter und ist auch gut)
Technik und Orientierung:
• Kompass
• ggfs. GPS-Gerät oder GPS-Uhr
• ggfs. Fernglas
Verpflegung:
• Nahrung nach Bedarf
• Süßigkeiten zur Aufrechterhaltung der Moral :)
Gesundheit & Erste Hilfe:
• Tape
• Klopapier
Sonstiges:
• Pass/Versicherungsausweis
• Bargeld/Kreditkarte
• Gaskartusche
Filmische Ausrüstung:
• Kamera
• Drohne
• Stativ

FAQ - Häufig gestellte Fragen
In diesem FAQ findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um sicheres Wandern, Planung, Ausrüstung und Verhalten am Berg.
Wie wichtig ist die Tourenplanung beim Wandern?
Eine sorgfältige Planung ist entscheidend für Sicherheit und Genuss. Dazu gehören Streckenverlauf, Gehzeit, Einkehrmöglichkeiten, Wetterlage, eigene Kondition und passende Ausrüstung.
Welche Ausrüstung ist für Fernwanderwege notwendig?
Grundlegend sind gute Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser, Proviant, Erste-Hilfe-Set, Karte oder GPS sowie ein geladenes Mobiltelefon. Je nach Region kann zusätzliche Sicherheitsausrüstung sinnvoll sein.
Sollte ich mich auf Online-Tourenbeschreibungen verlassen?
Online-Tourenbeschreibungen sind hilfreich, sollten aber nicht blind vertraut werden. Sie basieren oft auf subjektiven Einschätzungen und können fehlerhaft oder veraltet sein.
Warum ist der Wettercheck vor einer Wanderung so wichtig?
Im Gebirge kann das Wetter schnell umschlagen. Ein aktueller Wetterbericht – idealerweise aus mehreren Quellen – hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig umzukehren.
Wie verhalte ich mich sicher am Berg?
Wähle ein angepasstes Tempo, bleibe auf markierten Wegen, plane regelmäßige Pausen ein und respektiere Natur und Tiere. Bei Unsicherheit oder Wetterverschlechterung gilt: lieber umkehren.
Was tun bei einem Notfall am Berg?
Ruhe bewahren, Überblick verschaffen und Hilfe rufen. In Österreich erreichst du die alpine Notrufnummer unter 140, alternativ den Euro-Notruf 112. Ohne Handy kannst du ein alpines Notsignal absetzen.
Sind Wanderunfälle versichert?
Wandern gilt als Freizeitunfall und ist nicht automatisch durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt. Eine private Unfallversicherung oder eine Mitgliedschaft bei Alpenverein oder Bergrettung ist dringend zu empfehlen.

Fazit: Sicherheit geht beim Wandern vor
Du siehst also, hinsichtlich der Sicherheit beim wandern gibt es einiges zu beachten, dennoch ist Wandern eine großartige Möglichkeit, die Natur zu genießen und sich fit zu halten. Gehe verantwortungsvoll und vorbereitet auf deine Wanderung, um ein sicheres und angenehmes Erlebnis zu haben. Ich wünsche dir eine schöne Zeit und viel Erfolg ;)
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Auf Instagram, Facebook, Youtube und Pinterest findest du weitere Touren, Videos und Planungstipps rund ums Fernwandern und Trekking. Wenn dir ein Guide geholfen hat, freue ich mich über dein Feedback oder einen Kommentar unter dem Artikel.








Danke
Hallo HikingFex, tolle Homepage, gut gemacht und sehr informativ, gerade was die Sicherheit betrifft. Ergänzend möchte ich noch an die Bergrettung in Österreich erinnern. Für nur 28€ im Monat sind alle gegen anfallende Bergekosten nach einem Unfall im alpinen Gelände versichert incl. aller im Haushalt lebenden Personen. Mehr Informationen gibt es unter Förderer werden | ÖBRD - NÖ/Wien (bergrettung-nw.at) LG Frank/Bergrettung Wienerwald Süd